Auf einem gelben Hintergrund sind das Snapchat-Logo und ein iPhone mit einem Screenshot »Account deaktiviert« zu sehen.

Als Snapchat auf den Markt kam, habe ich es nicht verstanden. Mal musste man nach links wischen, mal nach rechts, mal hierhin, mal dorthin. Ich wusste nicht einmal, wie viele Follower:innen ich hatte. Aber das – und das machte Snapchat wirklich zu etwas Besonderem – wussten alle anderen auch nicht. Es gab keine Likes, es gab keinen Druck. Dazu das phänomenale Key Feature: Storys. Ein paar Sekunden lange Filmchen, die nach 24 Stunden wieder verschwanden.

Um die 2015 muss ich mit Snapchat begonnen haben. Und trotz der komischen Wischerei war ich sofort am Haken. Ich habe ganz tolle Bekanntschaften über diese Plattform gemacht, die jahrelang gehalten haben und teilweise noch immer halten (wenn auch auf anderen Plattformen). Wir haben Snapchat-Treffen im echten Leben veranstaltet – in Bonn, in Berlin, in Essen. Es war fantastisch.

Nur leider setzte – anscheinend ist das bei US-Unternehmen Pflicht? – ziemlich schnell die Enshittification ein. Ab spätestens Ende 2019 habe ich Snapchat eigentlich nur noch geöffnet, um ab und zu ein lustiges Bild zu machen (bis heute sind die »Linsen« genannten Echtzeit-Gesichtsfilter unübertroffen), das ich an anderer Stelle nutzen wollte.

Mittlerweile ist die einstmals tolle App, die mir so viel Spaß gemacht hat, auf das gruselige Niveau von Instagram abgestürzt – alles voller Werbung. Widerlich. Als ob meine Daten nicht schon wertvoll genug wären.

Heute nun habe ich meinen Account bei Snapchat gelöscht – bzw. den Löschprozess eingeleitet. Wenn ich mich nicht erneut in mein Konto einlogge, wird es in 30 Tagen gelöscht. Und dafür werde ich sorgen. Gerade habe ich meine Login-Daten für Snapchat aus dem Passwort-Safe gelöscht und dessen Papierkorb entleert. Und dann habe ich die App vom iPhone geworfen, damit ich auch ja nicht noch einmal in Versuchung komme, das Passwort zurückzusetzen.

Nein, Snapchat, es war mal schön mit dir. Aber jetzt bist du eben doch bloß noch ein Teil des Surveillance-Capitalism und des US-Big-Tech. Und darum mache ich heute Schluss mit dir.

Auf meiner Roadmap hake ich meinen Abschied von Snapchat damit als »erledigt« ab.

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