Eine Frau sitzt vor einem Monitor, auf dem eine Videokonferenz mit 9 Personen in Consularia Office läuft.

Seit Ende 2023 arbeite ich als Marketing-Manager bei der Consularia GmbH. Damals hatten wir lediglich eine Videosprechstunde namens Consularia Live für den deutschen Medizinmarkt entwickelt. Das ist im Prinzip eine klassische Videokonferenz – aber eine Videosprechstunde erfüllt viel höhere Standards im Hinblick auf Datenschutz und IT-Sicherheit, weil Gesundheitsdaten nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) besonders geschützt sind. Damit sie in der Telemedizin überhaupt eingesetzt werden darf, muss Consularia Live zwei ganz spezielle Zertifikate vorweisen können und regelmäßig erneuern. Eine Software ohne diese beiden Zertifikate dürfen Ärzt:innen und Therapeut:innen nicht einsetzen, wenn sie ihre Leistungen mit den Krankenkassen abrechnen wollen.

Zoom, Teams & Co.: Unsicher dank US-Spitzelgesetzen

Zoom, Teams, Google Meet und was sonst noch so alles an US-Videokonferenzanbietern da draußen ist, erfüllen diese telemedizinischen Standards für Datenschutz und IT-Sicherheit nicht. Das liegt an diversen US-Spitzelgesetzen, etwa

denen US-Unternehmen unterliegen. Und zwar auch dann, wenn sie eigene Unternehmen in der EU gründen, in denen ausschließlich EU-Bürger:innen arbeiten und die Daten von ausschließlich EU-Bürger:innen auf Server-Infrastruktur ausschließlich innerhalb der EU speichern und verarbeiten.

»We are GDPR compliant« ist ein Marketing-Gag

Die europäischen Niederlassungen der US-Big-Tech-Konzerne behaupten zwar allesamt, sich an die DSGVO zu halten (»GDPR compliant«) und unsere EU-weiten Rechte zu wahren. De facto kann aber, überspitzt gesagt, irgendein kleiner Sheriff in Alabama bei Microsoft, Google oder Zoom speziell deine Daten aus der EU verlangen, und Microsoft, Google oder Zoom müssen sie ihm dann rausrücken – ob sie das wollen oder nicht. Klar könnten sich Microsoft, Google oder Zoom weigern – aber das kann ziemlich heftige Sanktionen der US-Administration nach sich ziehen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Big-Tech-Clique sich wirklich an die EU-Bestimmungen hält, wenn es innerhalb der USA zum Schwur kommt, liegt bei unwahrscheinlich hohen null Prozent.

Das war mir alles gar nicht klar, bevor ich bei Consularia angefangen habe. Mittlerweile bin ich aber absolut sensibilisiert.

Consularia Office als sichere Alternative zu Zoom, Teams & Co.

Wir haben dann 2024 unsere Videosprechstunde aufgebohrt und ein zweites Produkt geschaffen, um auch den Business-Anwender:innen von Zoom, Teams oder Google Meet ein Angebot machen zu können. Dazu haben wir ein anderes Backend und ein paar erweiterte Einstellungsmöglichkeiten für Nutzer:innen geschaffen. Das neue Produkt heißt Consularia Office und ist eine datensparsame, sichere und europäische Alternative zu US-Videokonferenz-Tools. Consularia Office ist dabei ebenso sicher wie seine große Schwester Consularia Live, aber nicht zur Abrechnung mit den Krankenkassen zertifiziert. (Wozu auch? Das ist eine allgemeine Videokonferenz-Anwendung für Unternehmen und Organisationen, nicht für die Gesundheitsbranche.) Dennoch ist es ebenso sicher, denn außer der Oberfläche im Backend und der Möglichkeit, dein Logo einzubauen, ändert sich nichts am Kern der Video-/Audioverschlüsselung.

Allerdings hast du bei Consularia Office die Möglichkeit, bestimmte Sicherheitsmerkmale abzuschalten. (Es gibt Edge-Cases, in denen das mal sinnvoll sein kann.) Bei CO können wir auch neue Features früher implementieren, die bei der CL-Version die nächste Zertifizierungsrunde abwarten müssten.

Das war’s für Zoom, Teams und Google Meet

Consularia Office hat bei mir Zoom und Teams vollständig ersetzt. Nicht nur beruflich, sondern auch im Privatleben. Ich muss keine potenzielle Spyware auf meinem Rechner installieren und laufend aktualisieren, um sie zu nutzen, sondern lasse die Videokonferenz einfach in meinem Browser laufen. (Offiziell empfiehlt Consularia zwar Chromium-basierte Browser, Firefox funktioniert aber fast ebenso gut.)

Consularia Office kostet Geld – mein Arbeitgeber hat leider nicht die tiefen Taschen der Big-Tech-Datenkraken, um dauerhaft kostenlose Accounts zu ermöglichen. Aber du kannst es schon einmal risikofrei 30 Tage lang testen, ganz ohne Abofalle – wenn es dir nicht gefällt, lässt du die Probephase einfach auslaufen. Dein Account wird danach auf Eis gelegt.

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